Herbst- und Winterdepression wirksam bekämpfen

11-Oct-2014

 

Es ist Spätherbst  oder Winter: Kurze Tage, trübes Wetter: die dunkle Jahreszeit schlägt vielen Menschen aufs Gemüt. Konsequenz: Trübsal macht sich breit, der Wunsch nach Süßem, nach Kohlehydraten und nach sich „Einigeln“  nimmt zu.

 

Verstärkt wird der sogenannte „Winterblues“ zudem durch die Umstellung der Uhren von Sommer- auf Winterzeit. Dies bringt den menschlichen Biorhythmus zusätzlich in Schieflage. Aber ist das schon eine „Depression“?

 

Der Fachbegriff für den Winterblues - den es erst seit 1987 gibt - ist  „saisonal abhängige Depression“, kurz SAD. Sie beginnt im Herbst und verschwindet spontan im Frühjahr, wenn die Tage wieder länger und heller werden. Und Zivilisationsbedingt ist die Zahl der Menschen, die darunter leiden, im Steigen begriffen.

 

Woran merke ich, dass ich unter einer SAD leide?

Bereits jeder vierte Bundesbürger klagt über die Beschwerden der Winterdepression, wie z.B. gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, vermehrtes Schlafbedürfnis, vermehrtes Verlangen nach Süßem und nach Kohlehydraten und infolgedessen Gewichtszunahme.

Im Gegensatz dazu gehen andere Depressionsformen mit Appetitverlust, Gewichtsabnahme und Schlaflosigkeit einher. Frauen leiden viermal häufiger als Männer an einer Herbst/Winterdepression.

Bei den meisten Betroffenen machen sich die Symptome in den Zwanzigern zum ersten Mal bemerkbar; aber bereits in der Pubertät können die Symptome auftreten. Mit zunehmendem Lebensalter werden die Beschwerden einer Winterdepression stärker.

 

Welche Ursachen gibt es?

Der Winter ist eine lichtarme Zeit. Durch den Lichtmangel kommt es zu geringeren Serotonin- und zeitgleich zur Erhöhung von Melatonin- Ausschüttungen. Das fördert die Depressionsneigung.

Gleichzeitig werden Vermutungen angestellt, dass unsere Entwicklungsgeschichte eine der weiteren Ursachen sein könnte.  Nach dem US-amerikanischen Psychiater und Verhaltenswissenschaftler Dr. Peter Whybrow ist „Die saisonal abhängige Depression  nichts anderes als die Vorbereitung des Körpers auf den Winterschlaf nur, dass der Winterschlaf beim Menschen eben nie eintritt. Ausgelöst wird der Vorgang durch die kürzeren Tageslichtperioden und die fallenden Temperaturen im Herbst.“

Für den Befehl "Winterschlaf vorbereiten" ist unsere Zirbeldrüse verantwortlich. Die Zirbeldrüse ist nur fingernagelgroß, sitzt in unserem Gehirn und ist äußerst lichtempfindlich.

Wenn in Herbst und Winter zu wenig Licht auf die Netzhaut fällt, produziert die Zirbeldrüse mehr von dem Hormon Melatonin. Melatonin ist für unseren Schlafrhythmus mitverantwortlich, lähmt den Antrieb und wirkt einschläfernd.

Auch wenn wir das Tageslicht nicht steuern können, heißt dies nicht, dass jeder, der unter einer Winterdepression leidet, dieser ausgeliefert ist.

Gegen eine Winterdepression gibt es eine wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeit und Maßnahmen zur Vorbeugung.

 

Wie helfe ich mir selbst?

TIPP 1: Achten Sie auf Ihre Ernährung. Besonders gut sind kalorienarme Kost, viel frisches Obst und Gemüse. Sie dürfen sich durchaus auch Schokolade oder Kuchen gönnen, denn Süßigkeiten enthalten Stoffe, die im Körper zu Serotonin umgebaut werden,  was die Stimmung erhöht.

TIPP 2: Bei Herbstdepressionen hilft Licht. Bewegen Sie sich also tagsüber möglichst oft  im Freien - mindestens eine halbe Stunde täglich - auch bei schlechtem Wetter. Durch regelmäßige und tägliche Bewegung im Freien bringen Sie Ihre Psyche und Ihren Stoffwechsel wieder in Schwung.

TIPP 3: Nutzen Sie die positive Wirkung von Düften. Bergamotte- und Jasminöl in der Aromalampe hellen die Stimmung auf. Diese Düfte rufen in Ihrem Gehirn Erinnerungen und Bilder an den Sommer wach.

TIPP 4: Umgeben Sie sich mit belebenden, hellen Farben, die das Sonnenlicht nachahmen, wie Orange-, Gelb- und Rottöne. Bunte Kissenbezüge, eine rote Tischdecke oder ein Bild mit fröhlichen Farben können Wunder wirken. Ein Blumenstrauß oder ein buntes Kleid/Hemd helfen auch die Stimmung zu verbessern. Farben sind Streicheleinheiten für die Seele.

TIPP 5: Hören Sie sich belebende, anregende Musik an und bewegen Sie sich im Rhythmus dieser Musik. Besser wäre es noch, Sie würden zur Musik tanzen. Wenn Sie gerne singen, suchen Sie sich Musik zum Mitsingen. Jede Bewegung ist depressionsmindernd - auch bei anderen Depressionsformen.

TIPP 6: Bei einer Winterdepression helfen auch positive und aufmunternde Gedanken. Wie in jeder Situation spielen auch bei der Winterdepression Ihre Einstellungen eine wichtige Rolle. Wenn Sie sich einreden, dass jetzt die dunkle, schwere Jahreszeit kommt oder dass Sie bestimmt wieder depressiv werden, dann werden Sie schwermütig und Ihre Stimmung geht in den Keller.

TIPP 7: Wer stark unter Winterdepressionen leidet, kann bei mir in der Praxis eine Lichttherapie mit Tageslicht-Vollspektrumlampen mit einer Intensität von 2500 Lux machen. Zum Vergleich: In einem normal beleuchteten Zimmer schwankt die Lichtstärke zwischen 100 und 200 Lux.

Gleichzeitig können, während das Licht seine Serotonin anregende Wirkung entfaltet, die Lichttherapie durch positive Hypnose-Bilder und/oder durch eine EmotionalKörper-Therapie (EKT) noch einmal verstärkt werden.

 

Bei 70 bis 80 Prozent der Betroffenen reicht eine Woche Lichttherapie bzw. Licht- und eine andere Therapieform (EKT oder Hypnose), um den ganzen Winter ohne Wintertrübsal zu verbringen.

 

Sie sehen: Sie müssen der Winterdepression nicht schutzlos ausgeliefert sein. Um sich wieder Wohlfühlen zu können, haben Sie mehrere Möglichkeiten etwas für Ihre positive Stimmung zu tun.

 

HINWEIS: Sollten Sie sich trotz Beherzigung der TIPPs nicht besser fühlen, vereinbaren Sie einen Termin zur Beratung bei mir.  Möglicherweise verbergen sich hinter Ihrer Depression andere Ursachen als die lichtarme Jahreszeit.

 

Mit herzlichen Grüssen

Ihre Perspektiveplus Frankfurt

 

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