Kommunikation am Beispiel der Paarbeziehung

Ob daheim in den eigenen vier Wänden oder im Gespräch mit Freunden bzw. Freundinnen scheint sich zu bewahrheiten: Frauen leiden in der Regel an ihren schweigenden Männern und Männer an ihren erzählfreudigen Frauen.

 

Hinter dieser Lebenswirklichkeit lauern mit „Ich will es lieber gar nicht so genau wissen.“ und „Oje, nicht das schon wieder!“ die beiden häufigsten unausgesprochenen Sätze in einer Paarbeziehung. Seien Sie ehrlich: In manchen Situationen, gibt es Bedürfnisse oder Ansichten, die Sie vom anderen gar nicht so genau erfahren möchte. Dieses Wissen würde nämlich ggf. Aktivitäten oder Auseinandersetzungen erfordern, die Sie lieber vermeiden möchten. 

 

Die schleichende Entwicklung von „Nicht schon wieder“-Themen, ich nenne sie auch gerne die „besetzten Themen“, kennen Sie sicherlich auch:

 

  • Ihre beiden Ansichten/Vorlieben zu einem bestimmten Thema sind bekannt und mehrfach ausgetauscht - aber vor allem: sie sind grundverschieden.

  • Ihre bisherigen Anläufe zur einvernehmlichen Klärung oder Findung eines Kompromisses endeten im Streit. Der letzte Streit darüber war heftiger als der davor, dieser wiederum schon heftiger als der Vorhergehende.

  • Spätestens nach der dritten verletzenden Auseinandersetzung über das gleiche unerfreuliche Thema sind Sie beide noch empfindlicher und das Thema ist „vermintes Gelände“.

  • An den Rändern des Kernkonflikts werden im Laufe der Zeit immer mehr verwandte Themen davon berührt, die dann quasi „mitvergiftet“ werden.

  • Möglicherweise haben Sie inzwischen einen stillschweigenden Friedenspakt geschlossen, Gespräche abzubrechen oder sich auf ungefährlichere Gleise zu begeben, bevor ein Punkt erreicht wird, an dem alte Verletzungen aufbrechen oder neue entstehen. 

 

Auf diese Weise werden seelisch bedeutsame Themen, über die man sich noch unverkrampft austauschen kann, immer seltener. Das Paar entscheidet sich dann - je nach Temperament - entweder für den Weg ständig wachsender Sprachlosigkeit oder für das „Aufbauschen“ und Problematisieren von Alltäglichem. Letzteres erfüllt den Zweck, die innere Einsamkeit nicht so deutlich spüren zu müssen und wenigstens durch Alltagskonflikte noch in Kontakt zu bleiben.

Neben der Vereinbarung von Kommunikations-Spielregeln spielt n meiner Beratung die Entwicklung eines neuen Konfliktverhaltens eine wichtige Rolle. Nur so lassen sich Kommunikationsprobleme nachhaltig lösen und eskalierende Auseinandersetzungen vermeiden.

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