"Wenn ich weiß, wie ein Karren in den Dreck gefahren wurde, weiß ich noch lange nicht wie er wieder rauskommt" Gunther Schmidt

Verstehen (systemische Arbeit)

In der Regel wünscht man professionelle Hilfe, damit sich etwa ändert. Wenn Veränderungen jedoch einfach wären, müsste es Ihnen auch alleine gelingen. An guten Vorsätzen hat es auch Ihnen bestimmt nicht gefehlt.

Das entscheidende Hindernis, der den Veränderungsprozessen häufig im Wege steht, ist ein Mangel an Verständnis – sowohl für sich selbst als auch für das/die Beziehungssystem(e), die Sie im Laufe der Jahre entwickelt haben. Die Fähigkeit destruktive Denk- und Verhaltens-muster zu ändern, setzt in der Regel voraus, dass Sie verstehen, warum Ihre bisherigen Änderungswünsche und -bemühungen nicht gefruchtet haben.

 

 Sowohl die Art, unserer Kommunikation, als auch die Bedürfnisse, die wir in einer Partnerschaft mit  Anderen befriedigen wollen, haben ihren Ursprung in den allerersten Beziehungserfahrungen unseres Lebens. Gleiches gilt für die Maßstäbe, mit dem wir das Tun oder Nicht-Tun unserer Partner beurteilen. Aus diesen Zusammenhängen leiten sich zwei wesentliche Erkenntnisse ab:

 

  1. So wie unsere Eltern uns behandelten, so behandeln wir uns selbst – und in Folge dessen auch meist unsere Partner.

  2. Unser Verständnis von Lieben und Geliebt-Werden und die daraus resultierenden Bedürfnisse und Sehnsüchte entspringen unseren positiven wie negativen Liebeserfahrungen in den Beziehungen zu unseren Eltern.

 

Obwohl diese Erkenntnisse schon immer der therapeutischen Arbeit zugrunde lagen, erfolgte eine wissenschaftliche Untersuchung der Auswirkungen erster Bindungserfahrungen erst in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Das Ergebnis ist die Definition unterschiedlicher Bindungsstile, die wir als Geschenk oder als Hypothek unserer Kindheit mit in unsere Beziehungen nehmen.

 

 Um sich selbst und die Partner - seien sie nun privater oder beruflicher Natur - besser zu verstehen, ist es notwendig zu begreifen, welche Prägungen Sie in der Gestaltung Ihrer Beziehungen heute noch beeinflussen. So haben Sie die Chance, die Schutzmechanismen zu erkennen, die in manchen Gewohnheiten und Verhaltensmustern stecken. Diese Schutzmechanismen hatten ihren Sinn und Zweck als Sie sie damals entwickelt haben - vielleicht waren sie sogar überlebensnotwendig für Sie. Heute - in einer ganz anderen Situation - können Sie jedoch auch neue Entscheidungen für Ihr Denken und Handeln treffen.

 Die Auseinandersetzung mit diesen Zusammenhängen und das Erkennen Ihrer individuellen Denk- und Verhaltensmuster bewirken  allein noch keine Veränderung. Sie sind jedoch in der Regel eine notwendige Motivation, etwas wirklich aus eigenem Willen und vorrangig für sich selbst ändern zu wollen. Denn persönliche Veränderungen den anderen  zuliebe sind selten von längerer Dauer.

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