Typgerecht

Schon ziemlich früh entwickeln wir Menschen eine Präferenz fürs Denken oder fürs Handeln. Manche intensivieren auch ihren gefühlsmäßigen Zugang zum Leben. Daraus resultieren viele Verhaltensmuster und Eigenheiten, die dann im Laufe der Zeit jeweils „typisch“ für die Persönlichkeit werden.

Warum entwickelt ein Kind gerade diesen Persönlichkeitstyp und nicht einen anderer? Aus tiefenpsychologischer Sicht handelt es sich dabei am wahrscheinlichste um eine Reaktion auf einen früh erlebten Mangel:

  • durch Mangel an emotionaler Zuwendung fühlen wir uns zu wenig geliebt

  • durch Mangel an Beachtung fühlen wir uns zu wenig wahrgenommen und anerkannt

  • durch Mangel an praktischen Möglichkeiten  fühlen wir uns in unseren Wünschen und Wollen eingeschränkt

Diese Mangelerfahrungen treiben uns an und wecken unsere Bedürfnisse. Schlussendlich ist jeder auf der Suche, der eine nach intensiven Gefühlen, der andere vor allem nach Wertschätzung, die er sich aus der Reflexion seiner jeweiligen Situation holt und der dritte handelt spontan unter Missachtung seiner Gefühle. werden zu uns antreibenden Bedürfnissen. In der Regel weiß zwar jeder Einzelne, dass das Leben nicht nur aus Liebe, Rationalität oder Arbeit/Pflichterfüllung besteht, aber die notwendige Sicherheit verleiht dann doch der bevorzugte Lebensschwerpunkt mit all seinen vertrauten Ritualen.

Das Wissen um typenspezifische Eigenarten, Vorlieben und Ängste erlaubt es, manches bei einem Anderen als normal akzeptieren zu können, was für einen selbst vollkommen unnormal ist. Und mindestens ebenso wichtig ist es, zu respektieren, womit der eine oder andere Persönlichkeitstyp sich schwer tut. Es ist ebenso aussichtslos, von einem stark verunsicherten Menschen mutiges Handeln zu erwarten, wie einen depressiven Menschen auf die Schönheiten der Welt hinzuweisen.

Aber wie schafft es dann ein Gefühlsmensch, Klarheit und Sachlichkeit in sein Leben zu integrieren? Was muss passieren, damit sich der stets zögernd rational Abwägende zum praktischen Handeln entschließt? Und wie gelingt es einem Pflicht- und Tatmenschen, auf seine mentalenBedürfnisse zu achten oder gar Gefühle zu zeigen?

 

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